ASAT® | Arbeit mit strafmündigen, sexuell übergriffigen Menschen

 

   

 

 

 

 

Ansatz & Grundhaltung im ASAT®/ASAT®Jugend

Das ASAT® ist ein rückfallpräventives Lern- und Trainingsprogramm in der Arbeit mit strafmündigen, sexuell übergriffigen Menschen.  Das ASAT®/ASAT®Jugend ist kein statisches Programm, sondern wird seit seiner Konzipierung im Jahr 2001 kontinuierlich anhand aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse überprüft und gegebenenfalls modifiziert. Das Training unterteilt sich in verschiedene Phasen und ist modular aufgebaut. 

Das  ASAT®/ASAT®Jugend in seiner aktuellen Fassung unterteilt sich wie folgt:

  • Clearingphase
  • Motivationsphase
  • Analysephase
  • Selbstwirksamkeitsphase
  • Nachsorgephase

Die Schwerpunkte der Module in den einzelnen Phasen richten sich an dynamischen, allgemein kriminogenen Risikofaktoren sowie dem Ausbau dynamischen, allgemein kriminogenen Schutzfaktoren aus. Für die spezifischen Belange in der rückfallpräventiven Arbeit mit jungen, strafmündigen Tätern wurde das ASAT®Jugend konzipiert und die Module der verschiendenen Phasen inhaltlich entsprechend modifiziert. 
ASAT®Trainer/Trainerinnen können bei der Trainingsdurchführung zur Bearbeitung der modularen, qualitätssichernden Schwerpunkte ihren eigenen "Methodenkoffer" einbringen oder aber im Bedarfsfall auf die Anleitungen im ASAT®Handbuch zurückgreifen. Anwendung findet das Training, als Einzel- und Gruppenmaßnahme bislang sowohl im stationären als auch ambulanten Bereich, vom forensischen Kontext mit erwachsenen Klienten bis zur ambulanten Jugendhilfe. Umfang und Methoden der einzelnen Module des ASAT®/ASAT®Jugend sind stets dem Bedarf des/der jeweiligen Klienten anzupassen.

Die Besonderheiten des ASAT®/ASAT®Jugend liegen demzufolge darin, dass das Training zwar Struktur aber dennoch genügend Gestaltungsraum und Flexibilität bietet, um:

  • den personellen und strukturellen Rahmenbedingungen, 
  • der jeweiligen Zielgruppe,
  • insbesondere aber dem individuellen kriminogenen Bedarf der einzelnen Klienten

gerecht werden zu können. So wird bespielsweise seit 2009 das Training in seiner modifizierten Form "ASAT®Suisse" vom Forensisch-Psychiatrischen Dienst der Universität Bern durchgeführt, wo es in einem vom schweizerischen Bundesamt für Justiz geförderten umfassenden Modellversuch als integraler Bestandteil in der Behandlung von u. a. präferenzmotivierten Klienten erprobt und evaluiert wird.

Anwendung findet das ASAT®/ASAT®Jugend 

  • in der ambulanten als auch
  • in der (teil-)stationären Arbeit,
  • als Einzel- oder Gruppenmaßnahme

Die Grundhaltung im Training ist geprägt von

  • einem bindungsbasierten Umgang mit den Klienten zur Erhöhung der Ansprechbarkeit durch die Intervention,
  • einer eingehenden (systemischen) Betrachtung des kriminogenen Bedarfs jedes einzelnen Klienten und
  • dem Verständnis von Konfrontation als konstruktive Herausforderung auf Grundlage einer symmetrischen und komplementären Beziehungsgestaltung.

Ziele des ASAT®/ASAT®Jugend

Das Training ist deliktorientiert, d. h. es zielt auf die Veränderung der individuell deliktrelevanten dynamischen Risiko- und Schutzfaktoren ab. Primäres Ziel des ASAT® ist die Befähigung des Klienten zum rückfallvermeidenden Self-Risk-Management. Hierzu soll jeder Klient im ASAT® seine individuelle, dem Delikt verschlüsselt zu Grunde liegende Bedürfnisstruktur erfassen und straffreie Handlungsalternativen zur Abdeckung der eigenen (meist nicht sexuellen) Bedürfnisse entwickeln lernen. Das ASAT® richtet sich an dem sogenannten RNR-Prinzip aus:

  • Risikoprinzip (Risk),
  • Bedarfsprinzip (Need) und
  • Ansprechbarkeitsprinzip (Responsivity).

Allgemeines zur Zusatzqualifikation

In der Zusatzqualifikation werden neben für die Intervention nutzbaren Erkenntnissen der Bindungsforschung die inhaltlichen Schwerpunkte der Module des ASAT® und des ASAT®Jugend sowie nutzbare Methoden verschiedener Ansätze vermittelt. Hierzu zählen u.a.:

  • Bindungsbasierte Therapie
  • Methoden der Systemischen Therapie
  • Methoden der Gestalttherapie
  • Methoden des Psychodramas
  • Methoden der rational-emotiven Therapie
  • Methoden zur Tathergangsbetrachtung und deliktorientierten (Sexual-)Anamnese
  • Verknüpfung mit dem Good Lives Model (GLM)

Des Weiteren wird ein umfassendes Handbuch einschließlich Arbeitsmaterialien ausgehändigt, an dem sich in der Anwendung des Trainings im Bedarfsfall orietniert werden kann. Es handelt sich also um eine anwenderbezogene Ausbildung.
Mit dem erfolgreichen Abschluss der Zusatzqualifikation erhalten die Teilnehmenden ein personengebundenes Zertifikat, das zur verantwortlichen Leitung von ASAT®-Trainingsmaßnahmen berechtigt.

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Kosten und Termin des nächsten Zertifizierungskurs: 

  Seminartermine  

 

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